Sven Vollbrecht

Über

Ich mache Kunst, weil ich zwanzig Jahre für andere gesprochen habe und jetzt an der Reihe bin, für mich zu sprechen.

Ich komme aus der kommerziellen Fotografie und Regie. Davor habe ich Drucker gelernt. Handwerk liegt mir nahe. 2022 habe ich die Auftragsarbeit hinter mir gelassen, um Dinge zu bauen, die meine eigenen sind. Seitdem ohne Unterbrechung. Was mir an Ausbildung fehlt, ersetze ich durch genaues Hinsehen und die Bereitschaft, jedes Handwerk zu lernen, das eine Idee verlangt.

Ich suche die Objekte nicht. Sie finden mich im Alltag. Ein Gegenstand, ein Material, ein Leben kann schon genug sagen. Ohne Umweg.

Oft kombiniere ich mehrere Fundstücke. So lassen sich komplexe Gefühle ausdrücken, ohne Zeigefinger. Der Betrachter nimmt einen Impuls mit. Manchmal wirkt er erst später.

Der Fund ist nur der Anfang. Dann übersetze ich ihn in Material. Ich löte und verforme Metall, nähe Stoff, zerlege und repariere Mechanik, säge und verbinde Holz. Davor liegen Tage der Suche, der Recherche, des Nachdenkens, des Sortierens eigener Gefühle. Erst am Ende kommen die Stunden meiner Hände. Man sieht sie dem Werk nicht an.

Ich habe keine Antworten, aber ich erschaffe Impulse.

CV

Sven Vollbrecht (geboren in West-Berlin) lebt und arbeitet in Berlin.

Er arbeitet mit Skulptur, Rauminstallation, Video und partizipativen Formaten. Dabei wendet er Alltagsobjekte gegen ihre gewohnte Funktion und macht so die Mechanismen von Konsum, Kontrolle und Kommunikation sichtbar. Zunächst war er als Fotograf und Regisseur tätig, seit 2022 widmet er sich ausschließlich der bildenden Kunst. Seine Praxis hat er autodidaktisch entwickelt.

Ausgestellt hat er unter anderem im Haus am Kleistpark, der Notagallery, im PRACHTSAAL und bei RÄUME.ART. 2022 zeigte er die Videoinstallation Digital Void im Rahmen der Berlin Art Week im ehemaligen Flughafen Tegel, 2024 die Skulptur Echo im Haus am Kleistpark. Zunehmend arbeitet er im digitalen und öffentlichen Raum. Sein Projekt .COMpliance (2026), die performative Rückgabe der Domain gallery-weekend-berlin.com als goldenes Readymade, wurde unter anderem von ZEITBLATT und bspoque besprochen.

Die Werke „Trust" und „#1" aus der Serie Albtraum befinden sich in der Privatsammlung von Wilhelm Siebert, Berlin.

Weitere Informationen: Wikipedia, Artfacts