SIGNS
2024
Wandinstallation, Metallzaun, Mixed Media
150 x 200 x 5 cm
Als ich die Einladung zur Gruppenausstellung Berlainshow von raeume.art zum Thema Künstliche Intelligenz erhielt, war mir schnell klar: Ich will KI nicht einfach nur als neues, schickes Werkzeug benutzen, um damit Bilder zu machen. Während viele die Technologie nutzen, um neue Welten zu generieren, treibt mich eine grundlegendere Frage um: Was macht diese Intelligenz eigentlich mit uns? Wie verändert sie unser Menschsein, unsere Körper und unser Zusammenleben?
In meiner Recherche habe ich mich weniger mit Algorithmen als vielmehr mit unserer gesellschaftlichen Herangehensweise beschäftigt, mit der Art und Weise, wie wir uns dieser Technologie ausliefern. Wir stehen an der Schwelle zu einer Zukunft, in der KI nicht mehr nur ein Tool ist, sondern ein Umfeld, dem wir uns kaum noch entziehen können.
Ich habe mich deshalb für eine analoge Wandinstallation entschieden, deren zentrales Element ein Zaun ist. An der Wand befestigt, verliert der Zaun seine rein absperrende Funktion und wird zum Ort für eine kritische Auseinandersetzung mit der digitalen Welt. Bestückt mit Schildern, Plakaten und Statements, entwirft die Arbeit ein Szenario der nahen Zukunft: einen Ort der Trauer.
Es ist eine Ästhetik des Gedenkens, wie wir sie von Orten nach schlimmen, gewaltsamen Ereignissen kennen, ein stilles Mahnmal aus Botschaften und einfachen Zeichen. In diesem Blick aus der Zukunft markiert der Einzug der KI einen tiefen Einschnitt, eine fast schon traumatische Veränderung unserer bisherigen Identität.
An dieser Wand schaffe ich einen Raum der Besinnung, um innezuhalten. Ich frage: Was haben wir in der Zukunft bereits verloren, wenn die Maschine übernimmt? Die Installation lädt dazu ein, die KI nicht einfach als Fortschritt zu feiern, sondern als ein Ereignis zu begreifen, das uns als Menschen zutiefst herausfordert und uns zum Nachdenken und Trauern zwingt.


